Heiraten in Zeiten von Corona – Ist eine Winterhochzeit auch schön?

Lange Zeit habe ich gedacht: “Ach, dass wird schon wieder. Wir sitzen das jetzt einfach aus und im Sommer geht die Hochzeitssaison 2020 verspätet dann so richtig los.”

Da habe ich mich wohl geirrt. Bis wir wieder unbeschwert ohne Masken und Abstandsgebot feiern werden, kann es wohl noch etwas dauern… 🙁 Viele meiner Brautpaare planen daher Ihre Hochzeiten um und verschieben ihre Feier mit der kirchlichen oder freien Trauung auf einen anderen Termin (und an dieser Stelle möchte ich mich bei Euch allen dafür bedanken, dass ihr wirklich Alle versucht, mich bei Euren Umplanungen mit zu beachten! Das ist wirklich großartig und ich liebe diesen Zusammenhalt und die Solidarität, die ich im Moment durch Euch erfahren darf!).

Aber wie plant man denn nun am Besten um? Was muss man alles beachten und ist denn der Winter ein guter Zeitpunkt für den neuen Termin?
Einen kleinen Einblick in meine Erfahrungen dazu, möchte ich Euch hier geben:

Mir ist klar, dass sich die meisten Paare eine traumhafte Frühlings- oder Sommerhochzeit mit möglichst viel Sonne, bunten Blumen und Trauungen und Feiern im Freien wünschen. Das hört sich immer super an, aber meine Erfahrung zeigt auch, dass der Sommer und die Sonne ihre kleinen “Tücken” mit sich bringen. Bei den Paarshootings blendet die Sonne, Ihr habt durch den hohen Stand der Sonne auf den Fotos eventuell zusammengekniffene Augen oder Schatten im Gesicht (hier zeigt sich übrigens bei den Fotografen, wer sein Handwerk versteht 😉 ) und es ist eine schweißtreibende Angelegenheit auch nur in der heißen Sonne zu sitzen – auch für Eure Gäste.

Ist eine Winterhochzeit also besser?
Hm, ich möchte jetzt nicht behaupten, dass eine Hochzeit im Winter besser ist als Eine im Sommer, aber die winterliche Zeit hat auch ihr Vorteile.

Bleiben wir mal bei den Fotos: Der Sonnenstand ist tiefer, dadurch fällt das Licht für ein Shooting viel weicher und die Stimmung auf den Bildern wird ausgefallen sein.

Was bedeutet es für die Trauung: Nun ja, da die Meisten nicht frieren möchten, wäre eine freie Trauung in einem geeigneten Raum sicherlich wärmer, denn auch Räume kann man schön dekorieren (lassen). Habt Ihr schon meinen Traubogen gesehen? Mit ihm lässt sich auch drinnen eine zauberhaft Atmosphäre schaffen. 😉 Ansonsten bleibt eigentlich alles beim Alten. Bei der kirchlichen Trauung findet Eure Zeremonie, unabhängig von der Jahreszeit, eh in der Kirche statt.

Und die Feier? Leidet sie nicht unter den kalten Temperaturen?
Ehrlich gesagt, kommt bei den Feiern bei schlechtem/kaltem Wetter meist die bessere Stimmung auf. Ich begleite Hochzeiten seit 20 Jahren von der Trauung bis in die späte Nacht hinein. Ist es draußen sommerlich warm und im Saal der Location drückend heiß, stehlen sich die Gäste oft unter den freien Himmel hinaus. Und das bedeutet, dass die Hochzeitsgesellschaft auseinander gerissen wird und keine wirklich richtige Partystimmung aufkommt. Ist es hingegen kalt, bleiben selbst die Raucher nur kurz im Freien stehen 😉

Anstelle eines Sektempfangs könnt Ihr Euren Gästen zum Beispiel verschiedene Glühweine und Punsch anbieten. Und wie wäre es mit Plätzchen und Lebkuchen dazu? Die können ein Flying Buffet, den Kaffe/Kuchen oder Häppchen ersetzen.

Gibt es auch schöne Blumen für den Brautstrauß und die Arrangements im Winter?
Aber natürlich! Rosen zum Beispiel gibt es das ganze Jahr über. Pampasgras und Eukalyptus oder Olivenzweige sind meist ebenfalls immer zu bekommen. Schwierig könnte es mit Pfingstrosen werden.
Wenn es früh dunkel wird, machen sich Kerzen und Lichterketten übrigens besonders schön in den Dekoelementen.

Und wie plant man nun am besten um?
Es bleibt sich eigentlich gleich zur ursprünglichen Planung. Den Anfang solltet Ihr mit Eurer Location machen. Versucht zwei Termine zur Option zu bekommen. Danach klappert Ihr der Reihe nach alle anderen Dienstleister ab. Beginnt mit den Personen, die an eurem Hochzeitstag nur einmal gebucht werden können. Dazu gehören z. B. Fotografen, Trauredner(innen), Sängerinnen und auch DJs und Bands. Danach könnt Ihr den Kreis immer weiter erweitern. Schaut, wer wann Zeit hat. Können nicht alle am selben Tag der zur Wahl steht, müsst Ihr – Wohl oder Übel entscheiden – wen Ihr durch andere Dienstleister ersetzt.

Es ist – gerade für Soloselbständige – eine schwierige Zeit. Die meisten, die ich kenne, versuchen von Stornogebühren abzusehen. Bedenkt aber bitte, dass bei ihnen teilweise das komplette Einkommen wegfällt. Von dem her wäre es schön, wenn Ihr alles daran legen würdet, alle Partner wieder mit ins Boot zu holen. 😉

Was ist, wenn ich jetzt trotzdem immer noch keine Hochzeit im Winter möchte?
Viele Termine für 2021 stehen bereits schon fest. Da Hochzeiten meist saisonbedingt gefeiert werden (grob Mai bis September) könnte es gut sein, dass die Samstage in 2021 bei Euren Dienstleistern schon vergeben sind. Vielleicht könnt Ihr – wenn Ihr Euch mit einer Winterhochzeit nicht anfreunden könnt – mit Eurer Hochzeit auf einen Freitag, Sonntag oder Feiertag ausweichen?

Oder doch die Hochzeit lieber komplett absagen?
Davon würde ich Euch abraten. Ich verstehe es, dass Ihr gefrustet und enttäuscht seid! Eine Hochzeit zu Coronazeiten entspricht wahrlich nicht den Vorstellungen, die sich die meisten Paare von Euch ausgemalt haben. ABER: Warum wird denn eine Hochzeit gefeiert? Doch nur, weil zwei Menschen sich lieben. Und liebt Ihr Euch wegen Corona weniger? Nein, sicherlich nicht! Und die HOCH-ZEIT einer Liebe wird gerade nach den Coronaeinschränkungen (mit denen wir gerade alle leben müssen) noch viel ausgiebiger und fröhlicher gefeiert werden, da wir in den Wochen der sozialen Isolation alle merken, wie sehr wir die gemeinsame Zeit mit unseren Familien und Freunden vermissen.

Ihr habt noch mehr Fragen dazu?
Na dann schreibt mir ganz schnell über mein Kontaktformular 😉

Alles Liebe
Yve

By admin

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