ICH HABE EIGENTLICH SCHON IMMER GESUNGEN.
Meine Mama kann das bestätigen. 😂
Schon als Kind habe ich gesungen – so ziemlich überall und wahrscheinlich auch deutlich häufiger, als meine Umwelt es manchmal gebraucht hätte. Im Auto hat meine Mama irgendwann einfach das Radio dreimal so laut gedreht, um mich zu übertönen. Hat nicht wirklich geholfen. Ich habe einfach weitergesungen.
Und auch später bekam meine Umgebung mein Singen regelmäßig unfreiwillig zu hören.
Beim Skitraining standen wir damals noch ziemlich oft im Schlepplift. Die Fahrt nach oben dauerte – je nach Lift – eine ganze Weile. Für mich war das offenbar die perfekte Gelegenheit, diese Zeit sinnvoll zu nutzen: Ich habe im Lift einfach lautstark gesungen.
Irgendwann wollte die Mannschaft dann nicht mehr nur zufällig mithören, sondern mich auch zwischendurch ganz bewusst singen hören. 😂
Dabei war das Skifahren lange Zeit meine eigentliche Welt.
Mit zweieinhalb Jahren stand ich zum ersten Mal auf Skiern, mit sechs begann ich mit dem Rennsport. Von da an kannte ich neben der Schule eigentlich kaum etwas anderes. Training, Rennen, Reisen, Wettkämpfe – Skifahren war mein Leben.
Und ich war darin ziemlich erfolgreich: Ich startete international und viermal für Deutschland bei den Amateur-Weltmeisterschaften – im Slalom, Riesenslalom, Super-G und in der Abfahrt.
Bis mein Körper irgendwann gesagt hat: Schluss.
Ich musste den Rennsport wegen meiner Verletzungen aufgeben.
Und plötzlich kroch etwas an die Oberfläche, das schon die ganze Zeit in mir war:
die Musik.
Vielleicht musste das eine erst aufhören, damit das andere seinen Platz bekommen konnte.
DANN WAR DA DIE MUSIK.
Ich komme ursprünglich aus dem Allgäu – und als das Skifahren nicht mehr mein Leben bestimmen konnte, bekam die Musik plötzlich den Raum, den sie schon lange verdient hatte.
Ich sang im Jugendchor der Kirche und war Teil einer Amateur-Musicalgruppe mit eigenem Orchester und einem Chor mit rund 50 Sängerinnen und Sängern. Wir haben eigene Musicalproduktionen auf die Beine gestellt und aufgeführt – und ich durfte dabei verschiedene Solistenrollen übernehmen.
Musical ist bis heute eine meiner großen Leidenschaften. Neben Rockmusik, versteht sich. 😉
Ich liebe es, wie Musicals Geschichten erzählen. Wie Musik, Text, Bewegung und Schauspiel miteinander verschmelzen. Und ich liebe es, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen und für einen Moment jemand ganz anderes zu sein.
Als ich jünger war, gab es in Deutschland noch längst nicht die Möglichkeiten und Ausbildungswege für Musicaldarsteller, die es heute gibt. Rückblickend denke ich deshalb manchmal: Wäre ich noch einmal jung, würde ich diese Ausbildung definitiv in Angriff nehmen.
Aber vielleicht musste es auch gar nicht genau dieser Weg sein.
Denn irgendwann kam eine Gelegenheit, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte – und die meine musikalische Geschichte noch einmal komplett verändern sollte.
18 TAGE. 21 SONGS. 1.500 MENSCHEN.
Bis dahin hatte ich zwar im Jugendchor und in der Musicalgruppe gesungen – aber noch nie mit einer Band.
Das änderte sich ziemlich spontan.
Ein Kollege meiner damaligen Arbeitsstelle hatte eine gut gebuchte Cover-Band und deren Sängerin fiel kurzfristig aus. Er fragte mich, ob ich einspringen könnte.
Meine erste Reaktion? Zögern.
Meine zweite? Offenbar „Okay, ich mache es.“ 😂
Also lernte ich innerhalb von gerade einmal 18 Tagen 21 neue Songs – auswendig. Nachts habe ich von diesen Songs geträumt.
Nach zwei Proben stand ich dann tatsächlich auf der Bühne. Vor rund 1.500 Menschen. Als Frontsängerin eben dieser Band.
Mein erster Auftritt als Frontsängerin einer Band war also nicht gerade das, was man einen vorsichtigen Einstieg nennen würde.
Aber ich sprang ins kalte Wasser – und stellte fest: Ich kann schwimmen.
Und irgendwie war damit etwas ins Rollen gekommen, das ich nicht mehr aufhalten wollte.
Aus einem spontanen Einspringen wurde eine große Leidenschaft. Aus einzelnen Auftritten wurden immer mehr. Und aus der Sängerin, die eigentlich nur aushelfen wollte, wurde nach und nach eine professionelle Sängerin.
DIE BÜHNE WURDE MEIN ZUHAUSE.
Nach meinem ersten Auftritt mit der Band ging es Schlag auf Schlag.
Aus dem spontanen Einspringen wurden immer mehr Auftritte – mit verschiedenen Bands, als Solistin und auf den unterschiedlichsten Bühnen. In den besten Zeiten kamen dabei bis zu 120 Auftritte im Jahr zusammen – und das zusätzlich zu meinem ganz normalen 40-Stunden-Job bei der Krankenkasse.
Musik war also lange Zeit mein zweites Leben. Und irgendwie musste ich beide unter einen Hut bekommen.
Ich habe auf großen Bühnen und kleinen Bühnen gesungen, in Festzelten, bei Events, auf Hochzeiten und auf Kreuzfahrtschiffen. Und irgendwann durfte ich sogar mit der AIDA die halbe Welt bereisen.
Karibik, Transatlantiküberquerung, Mittelmeer – plötzlich war die Musik nicht mehr nur mein Beruf, sondern auch mein Ticket in die Welt.
Die AIDA-Zeit hat mir dabei nicht nur wunderschöne Erinnerungen beschert, sondern auch einige ziemlich abenteuerliche Momente. Ich bin mit Rochen im Meer geschwommen, habe Sonnenuntergänge an Orten erlebt, die ich vorher nur aus Reisekatalogen kannte – und bei der Atlantiküberquerung einen Wellengang von rund sechs Metern erlebt.
Was bei sechs Metern Wellengang passiert, wenn man als Sängerin rückwärts ins Schlagzeug geschleudert wird, muss ich wahrscheinlich nicht näher erklären. 😂
Aber auch an Land gab es immer wieder diese besonderen Bühnenmomente.
Zum Beispiel auf dem Münchner Oktoberfest. Da stand ich plötzlich neben DJ Ötzi, der spontan zu uns auf die Bühne kam und mit uns einige seiner Songs gesungen hat.
Natürlich durften „Hey Baby“ und „Ein Stern“ nicht fehlen. 😉
Solche Momente sind es, die ich an meinem Beruf liebe: Du kannst noch so viel planen – manchmal entstehen die besten Geschichten genau dann, wenn niemand damit gerechnet hat.
Und dann gab es natürlich auch die vielen ganz normalen Auftritte. Die langen Fahrten. Aufbau und Soundcheck. Proben. Nächte, die erst im Morgengrauen endeten. Menschen, die man kennenlernt. Bühnen, auf denen man sich irgendwann zuhause fühlt.
Seit dem Jahr 2000 stehe ich auf den Brettern, die die Welt bedeuten.
Und ich glaube, genau dort habe ich gelernt, was es bedeutet, nicht nur gut zu singen, sondern auch einen Raum, ein Publikum und einen besonderen Moment wirklich zu spüren.
MEIN LEBEN VERÄNDERTE SICH EIN BISSCHEN.
Irgendwann kam der Punkt, an dem sich mein erstes und mein zweites Leben nicht mehr ganz so problemlos miteinander verbinden ließen.
40 Stunden Arbeit pro Woche, dazu bis zu 120 Auftritte im Jahr, Proben, Fahrten und alles, was sonst noch an einer Selbstständigkeit hängt – auf Dauer wurde das einfach ziemlich viel.
2013 habe ich deshalb meinen Job bei der Krankenkasse aufgegeben.
Aber noch lange nicht meine Musik.
Denn zu dieser Zeit ergab sich gleichzeitig eine ganz andere Veränderung in meinem Leben: Mein Mann musste beruflich für längere Zeit ins Ausland – nach Sardinien. Und natürlich wollte ich ihn begleiten.
Also wurde mein musikalisches Leben erst einmal etwas kleiner.
Ich reduzierte meine Auftritte, blieb aber weiterhin selbstständig und flog für gebuchte Engagements immer wieder zurück nach Deutschland. Mein Lebensmittelpunkt war für eine Weile dort, wo das Leben uns gerade hinführte.
Und dann kam noch jemand dazu:
unsere Tochter. 💗
Plötzlich war da neben Musik, Bühne und Reisen eine ganz neue Rolle, die mein Leben komplett verändert hat. Ich wurde Mama.
Die Entscheidung, irgendwann wirklich ausschließlich von der Musik zu leben, war damit übrigens noch gar nicht gefallen.
Die kam erst später.
2016 – AUS DEM “NEBENJOB” WURDE MEIN BERUF.
2016 ging es für uns zurück nach Deutschland.
Allerdings nicht zurück in meine alte Heimat Bayern, sondern nach NRW – denn der nächste berufliche Schritt meines Mannes führte uns hierher.
Für mich bedeutete dieser Umzug gleichzeitig einen ziemlich großen Neuanfang.
Ich hatte inzwischen viele Jahre Bühnenerfahrung gesammelt, unzählige Auftritte gespielt und wusste längst, dass Musik für mich mehr war als ein Nebenjob.
Also habe ich mir irgendwann die Frage gestellt:
Warum eigentlich nicht ganz?
Warum sollte ich weiterhin in einem anderen Beruf arbeiten und die Musik irgendwie dazwischenquetschen, wenn mein Herz doch längst ziemlich eindeutig entschieden hatte?
Mit unserer Rückkehr nach Deutschland fiel deshalb die Entscheidung:
Ich mache mich mit dem, was ich liebe, selbstständig.
Und dabei sollte es nicht nur ums Singen gehen.
Denn Geschichten haben mich schon immer fasziniert. Ich liebe es, Menschen zuzuhören, ihre Geschichten kennenzulernen und daraus etwas ganz Persönliches entstehen zu lassen.
Also begann ich 2016 auch als freie Traurednerin zu arbeiten.
Damit waren plötzlich zwei Dinge miteinander verbunden, die auf den ersten Blick vielleicht unterschiedlich wirken, für mich aber perfekt zusammenpassen:
Stimme und Worte.
Ich konnte die Geschichte eines Paares erzählen – und sie gleichzeitig mit meiner Stimme musikalisch begleiten.
Und genau daraus entstand nach und nach das, was mich bis heute ausmacht:
Hochzeitssängerin und Traurednerin aus einer Hand.
Natürlich war der Weg dorthin nicht immer geradlinig. Selbstständigkeit bedeutet schließlich nicht nur Bühne, Applaus und schöne Momente. 😉
Aber es war mein Weg.
Und zum ersten Mal musste ich meine Musik nicht mehr irgendwo zwischen Beruf und Alltag unterbringen.
Die Musik war jetzt mein Beruf.
ES LIEF GUT – DOCH DANN KAM CORONA.
Natürlich konnte ich 2016 nicht einfach in NRW anfangen und am nächsten Tag von meiner Musik leben.
Ich musste mir hier erst einmal eine Basis aufbauen.
Neue Kontakte knüpfen. Menschen kennenlernen. Netzwerke aufbauen. Hochzeiten begleiten. Traureden schreiben. Auf Bühnen stehen. Mich zeigen und immer wieder erklären, wer diese Yve eigentlich ist und was sie so macht.
Aber es entwickelte sich.
Die Auftragslage wurde von Jahr zu Jahr besser und irgendwann merkte ich: Das hier funktioniert.
Ich hatte mir in NRW meinen eigenen Platz geschaffen.
Dann kam das Jahr 2020.
Für dieses Jahr hatte ich so viele tolle Buchungen im Kalender. Hochzeiten, Auftritte, Veranstaltungen – vieles, worauf ich mich schon lange gefreut hatte.
Es sollte ein richtig gutes Jahr werden.
Doch Corona machte mir einen Strich durch die Rechnung.
Innerhalb kürzester Zeit wurden aus vollen Kalendern leere Kalender.
Veranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben, Hochzeiten fanden plötzlich nicht mehr statt oder mussten unter völlig anderen Bedingungen geplant werden. Und auch für Musikerinnen und Musiker war erst einmal ziemlich unklar, wann und wie es überhaupt weitergehen würde.
Meine Bühne wurde plötzlich still.
Und so merkwürdig es klingt: Rückblickend war genau diese Zeit trotzdem wichtig für mich.
Denn wenn man plötzlich sehr viel Zeit hat, die sonst mit Auftritten, Proben, Fahrten und Organisation gefüllt ist, bekommt man die Gelegenheit, sich mit Dingen zu beschäftigen, für die im normalen Alltag oft kein Platz bleibt.
Und ich habe diese Zeit genutzt.
Nicht, um mit dem Singen aufzuhören. Sondern um noch genauer hinzuschauen:
Was kann ich eigentlich noch? Was möchte ich noch lernen? Und wohin möchte ich mich entwickeln?
WENN DIE BÜHNE STILLSTEHT, MUSS DIE STIMME NOCH LANGE NICHT SCHWEIGEN.
Corona hatte meine Auftritte ziemlich abrupt auf null gesetzt.
Aber ganz still wurde es bei mir trotzdem nicht.
Ich hatte schon länger den Wunsch, mein Wissen nicht nur auf der Bühne einzusetzen, sondern auch weiterzugeben. Und so begann ich, mich intensiver mit dem Thema Vocalcoaching zu beschäftigen.
Dazu gehörte auch meine Ausbildung zum Vocalcoach bei Robert Keller, bei dem ich mir eine fundierte fachliche Basis für meine Arbeit als Vocalcoach aufgebaut habe.
Denn je länger ich selbst singe, desto faszinierender finde ich eigentlich, wie Stimme funktioniert.
Was passiert da überhaupt?
Warum funktioniert etwas an einem Tag wunderbar und am nächsten plötzlich nicht? Wie kann man seine Stimme gesund einsetzen? Wie bekommt man mehr Sicherheit, Kraft und Ausdruck – ohne einfach nur lauter zu werden?
Und vor allem:
Wie kann ich anderen dabei helfen, ihre eigene Stimme zu entdecken?
Also begann ich, mein Wissen nicht mehr nur auf der Bühne einzusetzen, sondern auch weiterzugeben.
Ich unterrichte Sängerinnen und Sänger, begleite Menschen auf ihrem Weg und gebe mein Wissen aus mittlerweile vielen Jahren Bühnenerfahrung weiter.
Und auch mit Kindern arbeite ich seit 2022 musikalisch: An einer Grundschule leite ich die Musik-AG und bin dort jedes Jahr für das musikalische Stück des Chors und die Choreografie eines Tanzes des Schultheaters verantwortlich.
Außerdem unterrichte ich Schülerinnen und Schüler bei mir zu Hause und an der Ballettschule „tanzt“ in Düren.
Dabei habe ich gemerkt, wie viel Freude mir diese Seite meiner Arbeit macht.
Es ist ein ganz besonderes Gefühl, wenn jemand plötzlich etwas kann, das vorher nicht funktioniert hat. Wenn aus Unsicherheit Selbstvertrauen wird. Wenn jemand seine eigene Stimme zum ersten Mal wirklich kennenlernt und auch seine Persönlichkeit entfaltet.
Und dennoch hatte ich mich irgendwann gefragt:
Gibt es nicht noch mehr?
Ich wollte nicht einfach noch eine weitere Methode lernen. Ich wollte verstehen, wie man Stimme ganzheitlich betrachtet – und wie man Sängerinnen und Sänger dabei unterstützen kann, ihre Stimme nicht nur gut, sondern auch gesund, leistungsfähig und zuverlässig einzusetzen.
Und genau da begann 2026 eine neue spannende Reise.
ICH LERNTE DIE STIMME NOCH EINMAL GANZ NEU ZU VERSTEHEN.
Ich hatte also inzwischen eine fundierte Ausbildung als Vocalcoach bei Robert Keller, viele Jahre eigene Bühnenerfahrung und jede Menge praktische Erfahrung mit Sängerinnen und Sängern.
Aber ich hatte noch lange nicht das Gefühl, fertig zu sein.
Im Gegenteil.
Je mehr ich über Stimme gelernt habe, desto faszinierender fand ich die Frage, was eigentlich hinter dem Singen passiert.
Und genau da bin ich 2025 auf The Singing Athlete und Andrew Byrnes gestoßen.
Im Mai 2026 besuchte ich seine Masterclass in Berlin (was für ein Glück, dass ich einen Platz ergattern konnte). Und ziemlich schnell hatte ich dieses Gefühl:
Wow, das ist wirklich noch einmal ganz anders.
The Singing Athlete arbeitet mit neurobasiertem Gesangstraining und betrachtet Sängerinnen und Sänger als Athleten. Im Mittelpunkt steht dabei unser Nervensystem und die Frage, wie wir die vorhandenen Ressourcen möglichst sinnvoll einsetzen können, anstatt mit immer mehr Kraft gegen stimmliche Grenzen anzukämpfen.
Das hat mich sofort gepackt.
Also bin ich im August 2026 nach London geflogen und habe dort Level One der Ausbildung absolviert. Das war überhaupt erst der zweiten Kurs dieser Art in Europa, den Andrew angeboten hatte. Er arbeitet in erster Linie in seiner Heimat USA in Nashville, New York und LA.
Aber natürlich war auch diese Fortbildung kein „Jetzt bin ich fertig“-Moment. Ew passierte eher das Gegenteil.
Ich habe dadurch noch mehr Lust bekommen, zu lernen, zu hinterfragen und meine eigene Arbeit weiterzuentwickeln. Level Two steht bereits als nächster Schritt auf meinem Plan.
Denn wenn ich eines aus meinen inzwischen 26 Jahren auf der Bühne gelernt habe, dann das:
Man lernt nie aus.
Und genau das möchte ich auch meinen Sängerinnen und Sängern mitgeben.
WER IST EIGENTLICH YVE, WENN SIE NICHT GERADE SINGT?
Tja. Gute Frage. Denn das kommt fast nie vor.😂
Ich bin wahrscheinlich eine ziemlich bunte Mischung aus Bühnenmensch, Familienmensch, Bergsehnsucht, Schokoladenliebhaberin und bekennender Nachteule.
Ich liebe meine Familie und bin eine ziemlich typische Löwenmama wenn es um meine Tochter geh. Zu unserer kleinen Familie gehören außerdem noch zwei ziemlich verschmuste und ängstliche Mitbewohner: unsere Katzen Sissi und Franz. Geschwister natürlich. Und ja – die Namen waren durchaus Absicht. 😹
Geboren und aufgewachsen bin ich zwischen den Bergen im Allgäu.
Das erklärt vielleicht auch, warum mir die Berge bis heute so unglaublich fehlen.
Ich scherze gerne und sage manchmal, dass ich mich deshalb ein bisschen wie “Heidi in Frankfurt” – fühle, nur eben in meiner ganz eigenen Version:
Ich bin “Heidi in Düren”. 😂
Denn so schön es hier auch ist: Sobald ich meine Berge sehe, habe ich dieses ganz besondere Gefühl von „Hier gehöre ich hin. Hier möchte ich sein und bleiben.“
Wenn ich nicht gerade singe, auf Konzerte gehe, arbeite oder meine Nase in irgendein musikalisches Projekt stecke, findet man mich vermutlich bei meiner Familie, irgendwo unterwegs – aber immer mit Schokolade in Reichweite.
Ich bin übrigens eine überzeugte Nachteule. In der Stille der Nacht, wenn andere schlafen, werde ich kreativ.
Der frühe Vogel darf von mir aus gerne den Wurm haben.
Der frühe Wurm, der kann mich mal. 😂
Und ja: Seit 2026 brauche ich beim Lesen eine Brille.
Nein, dass ist doch keine Alterserscheinung – ich nenne das Bühnenerfahrung. 😎
UND MUSIKALISCH?
Tja. Da wird es schwierig damit, mich in eine Schublade zu stecken. 😂
Ich höre eigentlich fast alles – solange es mich irgendwie packt. Nur mit volkstümlicher Musik kann man mich ungefähr so schnell vertreiben wie mit einem leeren Schokoladenschrank.
Ansonsten darf es bei mir ziemlich vielseitig sein.
Ich liebe Rockmusik – von Meat Loaf über Bon Jovi und Aerosmith bis zu Kings of Leon und Thirty Seconds to Mars. Als Teenie hatte ich natürlich auch meinen ganz persönlichen Rockstar-Crush: Axl Rose von den Guns’n’Roses. Was soll ich sagen? Es hätte schlimmer kommen können. 😂 Bei meinen Freundinnen waren es die Jungs von New Kids On The Block…🤫
Später standen weibliche Künstlerinnen wie Jewel, Beth Hart und Amanda Marshall hoch im Kurs, deren Stimmen und Songs mich bis heute begeistern.
Ich mag aber genauso elektronische Musik – Schiller zum Beispiel – und melodischen Gothic Rock wie Within Temptation oder Nightwish.
Und dann gibt es noch die Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht dazu passen:
Ich liebe traditionelle Musik und Blasmusik im Festzelt. Und ja, ich höre auch Helene Fischer.🤭
Nicht unbedingt, weil das meine musikalische Lieblingsrichtung wäre, sondern weil ich beeindruckend finde, was sie sich aufgebaut hat, wie professionell sie ihre Shows auf die Bühne bringt und wie vielseitig sie ist.
NICHT ZU VERGESSEN: MEINE GROSSE LIEBE ZU MUSICALS.
Mein erstes Musical sah ich mit 12 Jahren – es war „Starlight Express“ – und bis heute fasziniert mich, wie Musik, Schauspiel, Bewegung und Geschichten miteinander verschmelzen.
„Elisabeth“ gehört bis heute zu meinen absoluten Lieblingsmusicals. Und zuletzt hat mich in Berlin „Wir sind am Leben“ richtig begeistert.
Vielleicht ist es genau diese Mischung, die mich an Musicals so fasziniert: Sie nehmen mich mit in eine andere Welt und erzählen innerhalb von ein paar Stunden eine komplette Geschichte – mit Figuren, Gefühlen, Musik und all ihren Wendungen.
Ich denke, genau das passt ziemlich gut zu mir.
Denn Musik muss für mich nicht in ein Genre passen.
Sie muss etwas auslösen.
Ein Gefühl. Eine Erinnerung. Gänsehaut. Energie. Oder einfach den Impuls, sofort lauter zu drehen und mitzusingen.
Ich denke, genau das ist der Grund, warum mein eigenes Repertoire so vielseitig geworden ist.
Ich möchte mich musikalisch nicht auf eine Schublade festlegen lassen.
Ich möchte Geschichten erzählen. Mit meiner Stimme. Und zwar möglichst viele verschiedene.
AM ENDE IST ES GANZ EINFACH.
Egal, ob ich auf einer Bühne stehe, eine Traurede schreibe, einen Menschen auf seinem letzten Weg begleite oder mit jemandem an seiner Stimme arbeite:
Ich liebe, was ich tue.
Weil es immer um Menschen geht.
Um ihre Geschichten.
Um die ganz einmaligen Momente.
Und darum, mit Stimme und Worten etwas zu hinterlassen, das für immer bleibt: Gefühle und Erinnerungen für die Ewigkeit.
Das ist mein roter Faden zu:
Stimme. Worte. Emotion.
Und alles andere darf sich ruhig weiterentwickeln. 😉